CfP – Gesellschaftliche Spannungen als historische Motoren der Soziologie

Veranstaltung der Sektion Soziologiegeschichte beim 40. Soziologiekongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, TU Berlin, 14.-18. September 2020

Organisation: Nicole Holzhauser (Technische Universität Braunschweig), Stephan Moebius (Universität Graz), Andrea Ploder (Universität Konstanz)

Gesellschaftliche Spannungen finden sich – mit unterschiedlichen Konjunkturen und entlang unterschiedlicher Bruchlinien – in allen Phasen der Menschheitsentwicklung. Spätestens seit der Aufklärung werden sie begleitet von philosophischen und gesellschaftswissenschaftlichen sowie seit mehr als 100 Jahren von explizit soziologischen Überlegungen. 

In diesem Panel gehen wir der Frage nach, wie sich die Soziologie in unterschiedlichen Phasen ihrer Entwicklung mit sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und ökologischen Spannungen, mit Macht- und Ungleichheitsstrukturen und der damit verbundenen Rolle von Politik, Technik, Medien, Wissen, Sprache und Kunst auseinandergesetzt hat. Eng damit verbunden ist die Frage, wie diese gesellschaftlichen Rahmenbedingungen die Entwicklung der Soziologie als Disziplin beeinflusst haben, vielleicht sogar zu Motoren für das Fach geworden sind. Das Panel ist offen für alle Vorträge, die gesellschaftliche Spannungsverhältnisse mit der Geschichte der Soziologie, ihren Akteur*innen, Gruppierungen und Interaktionen, Sub-Kulturen und Milieus, organisationalen, institutionellen und professionellen Strukturen und Prozessen in Verbindung bringen. 

Vor diesem Hintergrund adressieren wir auch die diagnostische Frage des Kongresses: Welche Soziologie ist in der Zukunft zu erwarten bzw. wie wollen und können wir sie gestalten? Ist die Soziologie eher eine kritische Wissenschaft, die sich gesellschaftlich-kritischen Verhältnissen entgegenstellt, oder eher eine Wissenschaft, die mit dem Strom der Gesellschaft auf dem Giddens’schen Dschagannath-Wagen ins Tal donnert? Inwiefern können eine Selbstbetrachtung und Kenntnis der Historizität der Soziologie sowie ihrer bisherigen Erfahrungen dazu beitragen, die Art, Form und Verfasstheit der Soziologie emanzipiert zu gestalten bzw. war und ist das überhaupt ein erstrebenswertes Ziel?

Abstracts mit Beitragsvorschlägen im Umfang von maximal 500 Wörtern senden Sie bitte bis 22. Mai 2020 an: n.holzhauser@tu-braunschweig.destephan.moebius@uni-graz.at und ploderandrea@gmail.com.