CfP – Berlin – Metropole einer transnationalen Soziologie?

Call for Papers

Sektionsveranstaltung der Sektion Soziologiegeschichte beim 40. Soziologiekongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, TU Berlin, 14.-18. September 2020

Organisation: Stephan Moebius (Universität Graz) & Nicole Holzhauser (Technische Universität Braunschweig)

Berlin ist eine Metropole, in der Menschen, Kulturen, Institutionen und Ideen nationale respektive politische, soziale und kulturelle, wie auch wirtschaftliche Grenzen überschreiten. Seit den Anfängen des Faches in Deutschland ist Berlin fraglos ein akademisches Zentrum transnationaler Soziologie. Hier lebten und arbeiteten international vernetzte und transnational mobile Soziolog*innen verschiedenster Nationalitäten (Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, Privatdozent*innen und Professor*innen ebenso, wie soziologisch aktive Politiker*innen, Schriftsteller*innen, usw.). Berlin war Geburtsstadt und Heimat, Reiseziel und Abenteuer, Studien- und Arbeitsort, Start und Ziel akademischer (Arbeits-, Im- und E- )Migration für zahlreiche heute noch bekannte oder längst in Vergessenheit geratene Soziolog*innen. Und, Berlin selbst war über Jahrzehnte hinweg Teil zweier deutscher Staaten, was nicht zuletzt auch Fragen nach einer deutsch-deutschen Soziologie aufwirft.

Damit war (und ist) die Stadt nicht nur einer von mehreren Knotenpunkten der frühen deutschsprachigen Soziologie, sondern auch eines der frühen internationalen Zentren eines transnationalen sozialen Feldes der Soziologie. Dieses transnationale Feld bzw. diesen Raum, in dem soziale Netzwerke und Strukturen über Grenzen und Kulturen hinweg initiiert und etabliert wurden und mit dem bzw. aus dem heraus die darin aktiven transnationalen Soziolog*innen nationale Soziologien (mit-)entwickelten, wollen wir mit Fokus auf Berlin als Ort eines Teils des Geschehens und die dort aktiven Akteure sowie deren Interaktionszusammenhänge in den Blick nehmen.

Mit dieser Veranstaltung wollen wir die Berliner Soziologie mit Blick auf ihre Transnationalität ausleuchten. Dabei kann es ebenso um Soziologiekonzepte gehen wie um Institutionalisierungsprozesse und die Frage nach einer Soziologie aus Ost-Berlin. Eingeladen sind Vorträge, die sich mit Personen, Institutionen und Konstellationen beschäftigen, die in Berlin transnational aktiv waren. Unser Verständnis von Soziologie ist dabei ein weites, sowohl was die Fachspezifizität, die Qualifikation wie auch die akademische Berufstätigkeit betrifft. Entscheidend ist, ob und inwieweit die betrachteten Personen, Institutionen und Konstellationen in Berlin oder davon ausgehend einen Beitrag zur Soziologie geleistet haben. Auch interessieren uns Beiträge, die sich mit dem Einfluss Berlins auf das Werk und Wirken der betrachteten Akteure oder mit der Stadt als Untersuchungsgegenstand selbst in deren Werken beschäftigen. Willkommen sind ebenfalls Arbeiten, die sich mit einer theoretischen Einordnung des Begriffs der transnationalen (Soziologie-)Metropole befassen oder Berlin mit anderen nationalen oder internationalen Standorten oder mit sich selbst zu unterschiedlichen Zeiten vergleichen.

Wir freuen uns auf interessante Vorträge und spannende Diskussionen. Abstracts mit Beitragsvorschlägen im Umfang von maximal 500 Wörtern bitte bis22. Mai 2020 an: stephan.moebius@uni-graz.at und n.holzhauser@tu-braunschweig.de.