Gründungstagung Historische Soziologie

Konzept

Die Lage der historischen Soziologie in Deutschland ist eine schwierige. Bildeten zur Zeit der Gründung der Disziplin systematische und historische Gesichtspunkte noch eine organische Einheit im soziologischen Erkenntnisprozess, erfuhr das Fach nach dem Zweiten Weltkrieg einen tiefgreifenden Geschichtsverlust. Trotz eines niemals gänzlich versiegten Interesses an historischer Soziologie nimmt sie in der hiesigen Soziologielandschaft weiterhin eine Randstellung ein. Die Gründung eines Arbeitskreises Historische Soziologie innerhalb der Sektion Kultursoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie reagiert auf diese Situation. Der Arbeitskreis soll ein Ort des Austauschs und der Vernetzung für historisch orientierte Soziolog*innen sein und wirbt zugleich für die Notwendigkeit historisierender Perspektiven im Fach. Die Gründungstagung diskutiert anhand exemplarischer Themen die Aufgaben und Herausforderungen, vor denen historische Soziologie heute steht. Zudem bietet sie Raum zur gemeinsamen Planung und Gestaltung der zukünftigen Zusammenarbeit.

Organisation: Lars Gertenbach, Simon Hecke, Matthias Leanza, Daniela Russ, Julia Schubert

Veranstaltungsort: Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld, Plenarsaal (Raum 222)

Programm

Donnerstag, 21. April

9:15 Wozu historische Soziologie? Eine Einführung Simon Hecke, Lars Gertenbach

Gesellschaftliche Naturverhältnisse

9:45 Wie revolutionär war die „neolithische Revolution“? Axel T. Paul

11:00 In Trennung verbunden: Überlegungen zum Naturverhältnis des industriellen Kapitalismus | Daniela Russ

11:45 Zurück in die Zukunft: Menschliche Klimamodifikation zwischen Geoengineering und Global Warming | Julia Schubert

Imperien, Staaten, Kolonialismus

13:30 Das Imperium als historische Vergesellschaftungsform. Vom Nutzen (und Nachteil) einer wiederentdeckten Kategorie für die Soziologie | Ralf Rapior

14:15 Imperien und Nationen: Jenseits der Inkompatibilitätsthese Matthias Leanza

15:00 Kolonien als Werkstätten der „Entpartikularisierung“? Skizze eines historisch-soziologischen Forschungsprogramms Martin Petzke

Nach der Gründung: Arbeits- und Organisationsweise des AK

16:30 Plenum und Arbeitsgruppen zu künftigen Themen und Treffen des AK

Mapping a Diverse Field: Paneldiskussion

18:00 Volker Kruse, Vera Linke, Rainer Schützeichel Freitag, 22. April

Markt und Kapitalismus

9:00 Genealogie der ökonomischen Zukunft | Ute Tellmann

9:45 Kapitalismus und Historizität – Perspektiven einer Historischen Wirtschaftssoziologie | Sascha Münnich Methodologien historischer Soziologie

11:00 Die Biographieforschung als historische Methode in der Soziologie | Johannes Becker, Maria Pohn-Lauggas

11:45 Fotografische Bilder und Wissensproduktion im Kolonialismus. Überlegungen zur Bedeutung visueller Kultur in der Historischen Soziologie | Sebastian Lemme

13:30 Skylla und Charybdis? Historisch-soziologische Forschung zwischen Quellenarbeit und Theoriebildung Stefan Bargheer, Clemens Boehncke, Lars Döpking 

14:15 What is this a case of? | Gabriel Abend

Aufgaben historischer Soziologie : Zwei Abschlusskommentare 

15:00 Dominik Schrage & Tobias Werron

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